KAPITEL 6 - geschlossene Fonds als Steuersparmodell - Funktionsweise

Als Zeichner eines (gewerblich geprägten) geschlossenen Fonds werden Sie Mitunternehmer. Steuerlich führt das dazu, dass Sie anteilig den Gewinn bzw. Verlust der Gesellschaft als Einnahmen aus Gewerbebetrieb in Ihrer persönlichen Einkommensteuererklärung zu versteuern haben. Hierbei führen Gewinne aus der Beteiligung zu Mehreinkommen und Mehrsteuern und Verluste aus der Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds zu Mindereinkommen und Steuererstattungen.

Beispiel
A ist Arbeitnehmer. Er hat folglich Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit und ein zu versteuerndes Einkommen von angenommenen 50.000 €. Bei einem Steuersatz von 40% bezahlt er 20.000 € Einkommensteuer. Hätte A zusätzlich eine Beteiligung an einem geschlossenen Fonds (z.B. Immobilienfonds) und somit beispielsweise anteilig einen Verlust aus dieser Beteiligung von - 10.000 €, so würde sich die Einkommensteuer wie folgt berechnen. Einkommen 50.000 € abzüglich 10.000 € Verluste aus der Beteiligung ergibt ein zu versteuerndes Einkommen von 40.000 €. Bei einem Steuersatz von 40% bezahlt er nun nur noch 16.000 € Einkommensteuer. Folglich hat A durch die Beteiligung an dem geschlossenen Immobilienfonds 4.000 € (20.000 € - 16.000 €) Steuern gespart.

Also wird versucht, in den ersten Jahren so hohe Verluste wie möglich beim geschlossenen Fonds zu produzieren. So erhalten die Gesellschafter anteilig hohe Verluste aus der Beteiligung am geschlossenen Fonds. Diese Verluste mindern das zu versteuernde Einkommen und führen zu Steuererstattungen. Mit diesen Steuererstattungen können Anleger die Beteiligung teilweise abbezahlen.



Die hohen Verluste erreicht man durch Ausnutzung aller steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten, wie z.B. Sonderabschreibungen, Sofortabzug von nicht aktivierungspflichtigen Kosten als Betriebsausgabe usw. .

So die Theorie und nun die Praxis.

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