Insolvenz eines geschlossenen Fonds

Wer dachte, dass mit der Insolvenz des eigenen, gezeichneten Fonds nun ein Ende erreicht ist, der irrt, denn jetzt kann es noch zu weiteren, teuren Nachzahlungen kommen.

Als aller erstes käme eine Nachschusspflicht in Frage. Sollten Sie einen Fonds gezeichnet haben, der als Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) oder einer OHG aufgelegt worden ist, so haftet jeder Fondszeichner den Gläubigern des Fonds mit seinem gesamten Vermögen. Nähere Ausführungen finden Sie unter 2. Arten von Personengesellschaften.



Nachschusspflichten gibt es aber auch bei anderen Arten von Personengesellschaften. Kommanditisten (beschränkt haftende Gesellschafter einer KG) eines Fonds haften nur in Höhe ihrer Einlage laut Handelsregister. Wurde diese Einlage voll an den Fonds bezahlt, ist eine weitere Nachschusspflicht ausgeschlossen.
Leider sind nicht alle Ausschüttungen eines Fonds Gewinnausschüttungen. Wenn der Fonds keinen Gewinn erwirtschaftet hat und dennoch Ausschüttungen an die Kommanditisten vorgenommen worden sind, dann sind diese Ausschüttungen Rückzahlungen der Einlage, d.h. in Höhe dieser Ausschüttungen ist die Einlage nicht erbracht. Somit haften die Kommanditisten wieder in Höhe der erhaltenen Ausschüttungen für Schulden des gezeichneten Fonds. Da bei einer Insolvenz die Schulden die Aktiva übersteigen, muss man davon ausgehen, dass die Kommanditisten die Ausschüttungen wieder zurückzahlen müssen.

Aber auch Steuerrückzahlung bzw. Steuerzahlungen der persönlichen Einkommensteuer können durch einen Konkurs entstehen. Fondszeichner, welche nur beschränkt für die Schulden des Fonds haften (z.B. Kommanditisten und stille Gesellschafter), könnten durch einen Aufgabegewinn hohe Steuernachzahlungen erleiden. Der Aufgabegewinn entsteht meistens durch Auflösung des negativen Kapitalkontos. Näheres dazu finden Sie unter 10. Steuerzahlungen. Dort finden Sie auch Tipps, wie man diese vermeiden kann.

Wäre das nicht schon genug, heißt es aber vor allem bei einer Insolvenz oder einer drohenden Insolvenz, dass die richtige Person den Fonds liquidiert, also noch rettet, was zu retten ist und so den Schaden für alle Fondsbeteiligten zu minimieren. Höchstwahrscheinlich hat der eine oder andere Beteiligte des Fonds gute wirtschaftliche Kenntnisse, um einen Fonds zu retten. Ein starkes persönliches Interesse hat er sicherlich allemal, da auch sein Geld im Fonds steckt. Das persönliche Interesse wird sehr wahrscheinlich auch höher sein, als das eines externen Sanierers/Abwicklers und somit auch der Einsatz, das Beste rauszuholen.