KAPITEL 2 - Arten von Personengesellschaften - Höhe des maximalen Verlustes

Alle geschlossenen Immobilienfonds werden als Fonds verkauft. Ganz wichtig ist es jedoch für den Anleger, genau darauf zu achten, in welcher Rechtsform der Fonds betrieben wird. Denn davon hängt letztendlich sein Risiko ab.

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
Wenige Fonds werden in Form der GbR errichtet und vertrieben, denn die GbR hat einen großen Nachteil für die Beteiligten an der Gesellschaft. Jeder Gesellschafter haftet mit seinem gesamten Vermögen (auch Privatvermögen !) für alle Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Geht also ein geschlossener Immobilienfonds in Form der GbR Pleite, so können sich die Gläubiger an die einzelnen Gesellschafter halten und dort die Schulden eintreiben.



Offene Handelsgesellschaft (OHG)
Auch diese Art ist sehr selten, aber es gibt sie. Hier gilt das Gesagte für die GbR. Bei Insolvenz haften zusätzlich alle Gesellschafter mit Ihrem Privatvermögen.

Kommanditgesellschaft (KG)
Die am häufigsten verbreitete Form von geschlossenen Immobilienfonds ist die KG. Die KG hat zwei Arten von Gesellschafter, Kommanditist und Komplementär. Der Komplementär haftet mit seinem gesamten Vermögen, der Kommanditist riskiert nur eine Geldsumme in Höhe seiner Einlage laut Handelsregistereintragung. Die volle Haftung des Komplementär kann umgangen werden, wenn man eine Kapitalgesellschaft (GmbH, Aktiengesellschaft) als Komplementär einsetzt. Diese Kapitalgesellschaften haften auch mit ihrem ganzen Vermögen, dieses ist jedoch begrenzt. Bei GmbHs beträgt das Vermögens mindestens 25.000 €, bei Aktiengesellschaften mindestens 50.000 €.
Bei einer Kommanditgesellschaft mit einer GmbH als Komplementär spricht man von einer GmbH & Co. KG. Ist der Komplementär eine Aktiengesellschaft, spricht man von einer AG & Co. KG. Typischerweise werden die Fondszeichner Kommanditisten, d.h. ihr höchst möglicher Verlust ist die Höhe der Beteiligung an der Kommanditgesellschaft. Die Höhe der Beteiligung ergibt sich aus dem Handelsregister. Hier sollte also genauestens darauf geachtet werden, dass die richtige Höhe der Beteiligung eingetragen wird.

Kapitalgesellschaften (GmbH, Aktiengesellschaft)
Reine Kapitalgesellschaften sind nicht geeignet für Verlustzuweisungsgesellschaften, da bei GmbHs und Aktiengesellschaften lediglich der Wert des Anteils (z.B. Aktienkurs) schwankt und dadurch Kursverluste entstehen können. Der Verlust der Kapitalgesellschaft kann hingegen nicht bei den Gesellschaftern geltend gemacht werden.

atypisch stille Beteiligung
Atypisch stille Beteiligung sind im Zusammenhang mit jeder anderen Gesellschaftsform denkbar und nehmen immer mehr zu. Grundlegender Aufbau ist das Vorhandensein einer Firma und eine stille Beteiligung an dieser Firma. Stille Beteiligung bedeutet, dass man der Firma einen Kredit (Geld) gibt und dafür erfolgsorientiert einen ausschließlich positiven Zinssatz bekommt. Atypisch stille Beteiligung heißt, man gibt einer Firma einen Kredit und ist wie ein normaler Gesellschafter am Gewinn und Verlust beteiligt.
Das maximale Risiko dieser Beteiligung liegt in der Höhe des gegebenen Kredits.

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